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Wareneinsatz zu hoch, was tun? Warum die Quote nicht das Problem ist.

Die Wareneinsatzquote ist ein Ergebnis und keine Stellschraube. Aus 38 Jahren operativer Praxis: die vier Stellen, an denen Ware zwischen Lieferschein und Teller verschwindet.

Lesezeit ca. 16 MinutenVon Mark PucherAktualisiert

Wie senkt man den Wareneinsatz in der Gastronomie?

Die kurze Antwort

Den Wareneinsatz senkt man über seine Ursachen, denn die Wareneinsatzquote ist eine Ergebniszahl. Sie entsteht aus dem, was im Betrieb passiert: was eingekauft wird und zu welchem Preis, was in welcher Menge auf den Teller kommt, was verdirbt oder verschwindet und ob die Verkaufspreise noch zu den heutigen Einkaufspreisen passen. Wer an der Quote dreht, dreht an der Anzeige und nicht am Motor.

Gesenkt wird der Wareneinsatz an vier Stellen im Betrieb: beim Einkauf (Preise verhandeln, Angebote vergleichen), bei der Warenannahme (Menge und Preise gegen den Lieferschein prüfen), in der Produktion (festgelegte Portionsgrößen, die jeder Posten gleich umsetzt) und im Lager (Rotation, erfasster Verderb, getrenntes Personalessen). Was diese vier Stellen nicht regeln, holt keine Kalkulation nachträglich herein.

Wer nach „Foodcost senken“ sucht, findet vor allem Formeln und Spartipps. Dieser Artikel geht die Sache vom Betrieb aus an.

Warum die Formel niemandem hilft, der sie kennt

Wareneinsatz geteilt durch Umsatz, mal hundert. Diese Formel steht in jedem Ratgeber, und sie stimmt. Geholfen ist damit niemandem. Kein Gastronom hat ein Rechenproblem, er hat ein Zuordnungsproblem. Er weiß, dass 37 Prozent zu viel sind. Er weiß nicht, wo die fehlenden fünf Prozentpunkte geblieben sind.

Eine Quote sagt, dass etwas nicht stimmt. Sie sagt nie, wo. Zwischen Lieferschein und bezahltem Teller liegen vier Stationen: Einkauf, Annahme, Produktion, Lager. An jeder kann Ware Wert verlieren, ohne dass es auffällt. Am Monatsende addiert sich das zu einer Zahl, die niemand mehr aufschlüsseln kann.

Die Wareneinsatzquote ist ein Ergebnis. Gesenkt werden ihre Ursachen.

Deshalb scheitern die üblichen Reaktionen. Der Lieferant wird gewechselt, weil er zu teuer erscheint, und das Problem lag im Lager. Die Preise werden erhöht, und das Problem lag bei Portionen, die niemand festgelegt hat. Eingriffe an der Anzeige. Der Motor läuft weiter wie vorher.

Wie man die Quote überhaupt sichtbar macht, über die monatliche Inventur zum festen Stichtag und getrennt nach Küche und Service, beschreibt der Artikel zu den Kennzahlen, die ein Betrieb wirklich braucht. Dieser Artikel setzt danach an: Die Zahl liegt auf dem Tisch, sie ist zu hoch, und die Frage lautet, wo im Betrieb sie entstanden ist.

Die vier Verbrennungsstellen des Wareneinsatzes

Ware verliert ihren Wert nicht gleichmäßig. Sie verliert ihn an vier benennbaren Stellen, und in fast jedem Betrieb mit zu hoher Quote sind es dieselben. Wer sie kennt, muss nicht raten. Er kann nachsehen.

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Der Einkauf, der nicht verhandelt wird

Der Lieferant ist seit acht Jahren derselbe. Die Preise kommen, wie sie kommen. Es wird nicht verglichen, nicht verhandelt, nicht nachgefragt. Das liegt selten an Nachlässigkeit. Die Beziehung funktioniert, und der Tag ist zu kurz. Die Preise steigen nicht sprunghaft, sie steigen in kleinen Schritten, drei Prozent hier, fünf dort, über Monate verteilt.

Was passiert

Preissteigerungen, die einzeln unter der Wahrnehmungsschwelle liegen, summieren sich über ein Jahr zu Prozentpunkten in der Quote. Niemand hat einen Fehler gemacht, es hat nur niemand hingesehen. Der Betrieb zahlt für dieselbe Ware mehr als der Nachbar, der einmal im Quartal Angebote vergleicht und damit ins Gespräch geht. Der Unterschied entsteht vor dem Wareneingang, bei der Preisvereinbarung. In umsatzstarken Monaten fällt das besonders selten auf. Warum eine hohe Frequenz die Quote zudeckt, ist ein eigenes Kapitel.

Was strukturell trägt

Preiskontrolle gehört an den Anfang der Kette: eine gepflegte Preisliste der wichtigsten Positionen, ein regelmäßiger Angebotsvergleich bei den umsatzstärksten Warengruppen und ein fester Termin für das Gespräch mit dem Lieferanten. Als Routine, ohne Misstrauen. Ein Lieferant, der weiß, dass verglichen wird, kalkuliert anders.

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Die Warenannahme, die nur abzeichnet

Der Lieferant kommt um 6:40, die Küche ist im Anfangsstress, jemand nimmt die Kisten an und unterschreibt. Geprüft wird, ob ungefähr das da ist, was bestellt war. Nicht geprüft wird, ob die Menge stimmt, ob die Qualität der bestellten entspricht und ob auf dem Lieferschein die vereinbarten Preise stehen.

Was passiert

Die Warenannahme ist die einzige Stelle, an der sich Abweichungen noch kostenlos korrigieren lassen. Wird hier nur abgezeichnet, wandert jede Differenz ungeprüft in den Wareneinsatz: die Kiste, die fehlt und trotzdem berechnet wird, das Gewicht unter dem bestellten, der Preis, der von der Vereinbarung abweicht. Fällt es später bei der Rechnungsprüfung auf, ist die Ware längst verarbeitet und der Nachweis weg. Meistens fällt es gar nicht auf.

Was strukturell trägt

Eine Warenannahme mit klarer Zuständigkeit und einem festen Prüfschritt: Menge gegen Bestellung, Qualität gegen Standard, Preise gegen die Vereinbarung. Abweichungen werden auf dem Lieferschein vermerkt und sofort gemeldet, nicht am Monatsende gesammelt. Das kostet pro Lieferung wenige Minuten, und es ist die einzige Kontrolle, die sich später nicht mehr nachholen lässt.

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Die Portion, die nicht festgelegt ist

Auf der Karte steht ein Gericht mit einem Preis. In der Küche entsteht es je nach Dienst in unterschiedlicher Größe. Nicht dramatisch, zwanzig, dreißig Gramm. Der Gast, der am Dienstag einen üppigen Teller bekommt und am Samstag einen kleineren, merkt genau diesen Unterschied, und zwar in der falschen Richtung: Der kleinere Teller wirkt wie eine Verschlechterung, der größere nicht wie ein Geschenk.

Was passiert

Nicht festgelegte Portionsgrößen wirken doppelt. Der Gast erlebt einen Betrieb, der nicht konstant ist, und Konstanz ist das, woran er Qualität misst. Gleichzeitig schlägt die Abweichung voll auf die Quote durch: Dreißig Gramm zu viel bei zweihundert Tellern täglich sind sechs Kilo am Tag, die niemand bestellt und niemand bezahlt hat. Mehr auf dem Teller ist dabei nicht besseres Essen. Ein Gericht ist richtig, wenn es stimmig ist.

Was strukturell trägt

Festgelegte Portionsgrößen, dokumentiert und im Betrieb sichtbar, mit Gewichtsangaben für die tragenden Komponenten und dem passenden Werkzeug, damit niemand schätzen muss: Kelle, Waage, vorportionierte Einheiten. Es geht nicht darum, Köche zu kontrollieren. Jeder Dienst soll dasselbe Gericht produzieren. Konstanz für den Gast und Kalkulierbarkeit für den Betrieb sind hier dieselbe Maßnahme.

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Der Schwund, den niemand erfasst

Im hinteren Regal des Kühlhauses steht eine Kiste, die vor zehn Tagen geliefert wurde. Sie ist nach hinten gerutscht, als die neue Lieferung kam. Jetzt ist sie hin und wandert in die Tonne, ohne irgendwo vermerkt zu werden. Dazu kommt, was täglich anfällt: Gebrochenes, Angeschnittenes, das nicht mehr verwendet wurde, und das Personalessen aus demselben Lager wie die Ware für die Gäste.

Was passiert

All das taucht am Monatsende im Wareneinsatz auf, aber ohne Ursache. Die Quote ist zu hoch, und niemand kann sagen, warum, weil Verderb, Bruch und Personalessen im selben Topf landen wie die verkaufte Ware. Damit fehlt genau die Information, die eine Korrektur möglich machen würde: Ist es ein Einkaufsproblem, ein Lagerproblem oder Personalverpflegung, die als Wareneinsatz durchläuft und die Zahl verzerrt?

Was strukturell trägt

Drei Dinge, die zusammengehören. Eine Liste für verdorbene Ware, in die alles einfließt, was nicht verkauft werden konnte, Bruch eingeschlossen. Ein eigenes Konto für das Personalessen, damit es nicht als Wareneinsatz der Gäste erscheint. Und eine Lagerrotation, die verhindert, dass Ware überhaupt nach hinten rutscht: neue Lieferung nach hinten, ältere nach vorn, Lieferdatum sichtbar gekennzeichnet. Erfasster Schwund ist kein Vorwurf. Nur erfasster Schwund lässt sich senken.


Die Kalkulation, die stehen geblieben ist

Es gibt eine fünfte Stelle, an der keine Ware verloren geht und die Quote trotzdem steigt: die Kalkulation, die einmal gemacht und nie nachgezogen wurde. Die Preise auf der Karte wurden vor zwei Jahren gerechnet, sauber und richtig. Seitdem ist der Einkauf gestiegen, die Verkaufspreise stehen unverändert. Rechnerisch steigt die Quote dann, ohne dass im Betrieb irgendetwas schlechter geworden wäre. Nichts ist verdorben, nichts falsch portioniert. Die Kalkulation passt nur nicht mehr zur Wirklichkeit.

Deshalb laufen auch Betriebe mit sauberer Küche und diszipliniertem Lager in eine zu hohe Quote. Hier bringt ein Blick auf die Karte mehr als jede Sparmaßnahme: Welche Gerichte tragen sich noch, welche nur noch scheinbar? Die Karte ist der direkteste Hebel auf den Wareneinsatz überhaupt. Ausführlich dazu: die Speisekarte als Bauplan der Küche.

Ein fester Turnus genügt: zweimal im Jahr die Kalkulation der tragenden Gerichte gegen die aktuellen Einkaufspreise prüfen. Nicht die ganze Karte, nur die Positionen, die den Umsatz machen. Was dort um Prozentpunkte abweicht, kostet über ein Jahr mehr als jede vergessene Kiste im Kühlhaus. Wie man dabei vorgeht und warum mit dem tellerfertigen Gewicht gerechnet wird, steht im Artikel zur Kalkulation in der Gastronomie.

Warum die Quote allein nichts über den Gewinn sagt

Eine Warnung vor dem naheliegenden Kurzschluss: Eine niedrige Wareneinsatzquote ist kein Selbstzweck. Man kann sie senken, indem man an der Ware spart, mit kleineren Portionen, billigerer Qualität und dünneren Rezepturen. Die Quote wird besser. Der Betrieb wird schlechter.

Der Gast merkt es. Nicht sofort und nicht bewusst, aber er kommt seltener. Am Ende steht ein Betrieb mit hervorragender Quote und sinkendem Umsatz, betriebswirtschaftlich die schlechtere Lage als eine mittelmäßige Quote bei vollem Haus. Der Wareneinsatz ist kein Wert, den man minimiert. Man muss ihn kennen und beherrschen. Deshalb liegt der Hebel bei den vier Verbrennungsstellen. Was dort verschwindet, kommt nie beim Gast an. Wer diese Verluste abstellt, senkt die Quote, ohne dass ein einziger Teller schlechter wird.

Wareneinsatz in Kantine, Großküche und Hotelküche

Die vier Verbrennungsstellen gibt es in jeder Küche. In der Gemeinschaftsverpflegung und im Hotel verschiebt sich aber das Gewicht zwischen ihnen, und die Quote selbst wird unzuverlässig. Wer eine Kantine, eine Großküche oder eine Hotelküche führt, klärt deshalb zuerst die Messgröße und sucht danach die Stelle.

Kantine und Betriebsrestaurant: Euro pro Essen statt Prozent vom Umsatz

In der Betriebsgastronomie ist der Verkaufspreis selten frei kalkuliert. Der Auftraggeber bezuschusst das Essen, der Preis für die Mitarbeiter steht im Vertrag, manchmal zahlt der Gast gar nichts. Eine Quote auf diesen Umsatz sagt mehr über den Zuschuss aus als über die Küche. Brauchbar ist der Wareneinsatz pro ausgegebenem Essen in Euro, getrennt nach Menülinie. Diese Zahl lässt sich mit dem Budget im Vertrag vergleichen und von Monat zu Monat verfolgen.

Der Einkauf läuft in Kantinen oft über Rahmenverträge, dort ist wenig zu holen. Der große Hebel ist die Produktionsmenge. Gekocht wird für die Zahl, die man erwartet, gegessen wird die Zahl, die kommt. Bei 400 Essen am Tag und zehn Prozent Überproduktion bleiben jeden Tag 40 Portionen übrig. Deshalb gehören drei Zahlen täglich auf ein Blatt: produziert, ausgegeben, übrig. Nach ein paar Wochen sieht man, an welchen Wochentagen und bei welchen Gerichten die Planung danebenliegt. Vorbestellung oder die Essenszahlen der Vorwoche als Planungsgrundlage verkürzen den Abstand zwischen Plan und Ausgabe. An der Ausgabe selbst gilt dasselbe wie im Restaurant: Die Portion bestimmt die Kelle, nicht das Augenmaß.

Großküche: Die Rezeptur wirkt mal Chargengröße

In der Großküche, ob Krankenhaus, Pflegeheim, Schulverpflegung oder Zentralküche für mehrere Standorte, wird in Chargen produziert. Ein Fehler in der Rezeptur vervielfacht sich mit der Zahl der Portionen. Zwanzig Gramm Fleisch zu viel pro Portion sind bei 800 Portionen 16 Kilo, und zwar bei jeder Produktion dieses Gerichts. Die Großküche braucht deshalb Rezepturen mit Mengen pro Portion und eine feste Umrechnung auf die Chargengröße. Eine Rezeptur „für ein Blech“ reicht nicht.

Die zweite Stelle ist der Rücklauf. Was von Stationen, Wohnbereichen oder Außenstellen zurückkommt, ist bezahlte Ware, die niemand gegessen hat. Wird der Rücklauf regelmäßig gewogen, nach Gericht und Abnehmer getrennt, zeigt er, wo zu viel bestellt wird und welche Gerichte nicht ankommen. Als Kennzahl dient der Wareneinsatz pro Portion, in Krankenhaus und Pflege meist pro Beköstigungstag.

Hotelküche: ein Lager, mehrere Leistungen

Die Hotelküche bedient Frühstück, Halbpension, à la carte, Bankett und oft die Mitarbeiterverpflegung aus einem Lager und mit einem Team. Läuft alles in eine Quote, ist sie nicht mehr lesbar. Dazu kommt ein Rechenproblem: Frühstück und Halbpension stecken im Zimmerpreis. Welcher Anteil davon als Küchenumsatz gebucht wird, legt der Betrieb selbst fest. Ändert sich dieser Verrechnungssatz, ändert sich die Quote, obwohl in der Küche alles gleich läuft.

Aussagekräftiger ist der Wareneinsatz pro Gast und Leistung: pro Frühstücksgast, pro Halbpensionsgast, beim Bankett pro Gedeck. Die teuerste Stelle ist meist das Buffet. Wer bis zum Ende der Frühstückszeit volle Platten nachlegt, wirft jeden Tag die letzte Füllung weg. Kleinere Behälter, nach Bedarf nachgelegt, und eine feste Uhrzeit, ab der nicht mehr voll aufgefüllt wird, bringen hier mehr als jede Preisverhandlung. Beim Bankett und im Catering zählt die bestätigte Personenzahl aus dem Vertrag. Produziert wird für diese Zahl, und was zurückkommt, wird gewogen.

Im Saisonbetrieb mit Personalhaus kommt das Personalessen dazu, oft mehrere Mahlzeiten am Tag für Mitarbeiter, die im Haus wohnen. Ohne eigenes Konto steckt dieser Posten im Wareneinsatz der Gäste, und keine Quote im Haus stimmt mehr.

Der Test, den sich die meisten Betriebe nicht stellen

Die gängige Frage nach einem schlechten Monat lautet: „Wo können wir einsparen?“ Sie führt zur Ware und damit zum Gast.

Die bessere Frage lautet: Was von der Ware, die wir gekauft haben, ist als bezahlter Teller beim Gast angekommen, und was nicht?

Wer das nicht beantworten kann, hat ein Strukturproblem. Die Differenz zwischen gekaufter und verkaufter Ware ist keine Naturkonstante. Sie ist das Ergebnis von vier Abläufen, die entweder festgelegt sind oder nicht. Sind sie es nicht, entsteht die Differenz jeden Tag neu, egal wie gut eingekauft und wie sauber gekocht wird. Dieselbe Logik steht hinter jedem instabilen Betrieb. Den Grundgedanken beschreibt die Betriebsarchitektur.

Wareneinsatz zu hoch, was tun: drei Schritte, bevor Sie den Lieferanten wechseln

Drei Schritte, in dieser Reihenfolge.

Erstens: Standort bestimmen. Den strukturellen Zustand eines Betriebs kann man aus dem Bauch heraus nicht beurteilen, dafür steckt man zu tief im Tagesgeschäft. Die Stabilitätsdiagnose zeigt mit 23 Aussagen, wo ein Betrieb steht. Sie dauert wenige Minuten und kostet nichts.

Zweitens: die Verbrennungsstelle bestimmen, bevor gehandelt wird. Liegt das Problem im Einkauf, in der Annahme, in der Produktion oder im Lager? Das lässt sich in zwei Wochen klären: Verderb erfassen, Personalessen trennen, ein paar Portionen nachwiegen, die letzten Lieferscheine gegen die Preisvereinbarung halten. Das Ergebnis zeigt, wo die Prozentpunkte liegen, und Sie müssen sie nicht überall gleichzeitig suchen.

Drittens: den Ablauf festlegen statt die Anstrengung zu erhöhen. Jede der vier Stellen braucht eine feste Regel. Wer prüft die Annahme? Wo wird Verderb eingetragen? Welche Portionsgröße gilt? Wann wird nachkalkuliert? Regeln, die nicht schriftlich und keiner Person zugeordnet sind, halten genau bis zum nächsten vollen Samstag.

Häufige Fragen zum Wareneinsatz in der Gastronomie

Was tun, wenn der Wareneinsatz zu hoch ist?

Zuerst die Stelle finden, an der die Prozentpunkte verloren gehen. Das lässt sich in zwei Wochen klären: Verderb in eine Liste eintragen, Personalessen getrennt buchen, zehn Portionen nachwiegen, die letzten Lieferscheine gegen die Preisvereinbarung halten. Der Befund zeigt, ob das Problem im Einkauf, in der Annahme, in der Produktion oder im Lager liegt. Erst dann handeln, und nur dort: Preise neu verhandeln, die Warenannahme einer Person zuordnen, Portionsgrößen schriftlich festlegen oder die Lagerrotation ordnen. Zum Schluss die Karte nachkalkulieren. Wer stattdessen sofort den Lieferanten wechselt oder kleiner portioniert, dreht an der Anzeige und trifft meist die falsche Stelle.

Wie berechnet man den Wareneinsatz in der Gastronomie?

Anfangsbestand plus Zukäufe minus Endbestand ergibt den Wareneinsatz, also das, was im Zeitraum tatsächlich verbraucht wurde. Geteilt durch den Nettoumsatz und mal hundert ergibt das die Wareneinsatzquote in Prozent. Der Endbestand kommt aus der Inventur, deshalb lässt sich eine belastbare Quote ohne Inventur nicht ermitteln. Üblich und ausreichend ist eine monatliche Inventur zum festen Stichtag, getrennt nach Küche und Service.

Wie hoch darf der Wareneinsatz in einem Restaurant sein?

Als Faustwert gelten in der Küche 26 bis 32 Prozent vom Küchenumsatz und bei Getränken 20 bis 26 Prozent vom Getränkeumsatz, abhängig von Betriebsart und Konzept. Diese Spannen sind eine Orientierung. Aussagekräftiger als der Vergleich mit der Branche ist der Vergleich mit dem eigenen Vormonat und dem eigenen Vorjahr. Ein Betrieb mit 33 Prozent, der seine Zahl seit Jahren hält, steht besser da als einer mit 29 Prozent, der nicht erklären kann, warum es letztes Jahr noch 26 waren.

Warum steigt der Wareneinsatz, obwohl sich nichts verändert hat?

Der Wareneinsatz steigt meist aus zwei Gründen, die beide unsichtbar wirken. Erstens schleichende Einkaufspreise: Steigerungen von wenigen Prozent fallen einzeln nicht auf, summieren sich über ein Jahr aber zu Prozentpunkten in der Quote. Zweitens eine stehen gebliebene Kalkulation: Bleiben die Verkaufspreise gleich, während der Einkauf steigt, verschlechtert sich die Quote rein rechnerisch, ohne dass im Betrieb etwas schlechter geworden wäre. Beides lässt sich nur mit regelmäßigem Preisvergleich und Nachkalkulation abstellen.

Muss Personalessen beim Wareneinsatz berücksichtigt werden?

Ja, aber getrennt. Personalessen stammt aus demselben Lager wie die Ware für die Gäste, gehört aber nicht in die Wareneinsatzquote des Verkaufs. Sonst verzerrt es die Zahl und lässt die Küche schlechter aussehen, als sie arbeitet. Sinnvoll ist ein eigenes Konto für die Personalverpflegung. Damit bleibt die Verkaufsquote aussagekräftig, und gleichzeitig wird sichtbar, welchen Umfang die Personalverpflegung tatsächlich hat.

Wie reduziert man Verderb und Schwund in der Küche?

Verderb und Schwund reduziert man zuerst durch Erfassung, denn was nicht dokumentiert wird, lässt sich nicht reduzieren. Eine Liste für verdorbene Ware, in die auch Bruch einfließt, zeigt, wo und wie oft Verluste entstehen. Darauf baut die Lagerrotation auf: neue Lieferungen nach hinten, ältere nach vorn, das Lieferdatum sichtbar gekennzeichnet. Der häufigste Einzelfall ist Ware, die beim Einräumen der neuen Lieferung nach hinten rutscht und dort vergessen wird. Diese Verluste sind eine Frage der Organisation und nicht der Kosten.

Wie senkt man den Wareneinsatz in Kantine oder Großküche?

In Kantine und Großküche senkt man den Wareneinsatz über die Produktionsmenge. Der Einkauf läuft in der Gemeinschaftsverpflegung oft über Rahmenverträge, der größere Hebel ist die Differenz zwischen produzierten und ausgegebenen Portionen. Dafür täglich produzierte Menge, Ausgabe und Rest erfassen, den Rücklauf wiegen und Rezepturen mit Mengen pro Portion führen. Gemessen wird in Euro pro Essen oder pro Beköstigungstag. Eine Quote auf den Umsatz sagt in der Kantine wenig, weil der Preis meist bezuschusst oder im Vertrag festgelegt ist.


Gespart wird an der Ware. Verloren geht sie auf dem Weg.

Wenn die Quote steigt, ist die erste Reaktion fast immer dieselbe: billiger einkaufen, kleiner portionieren, günstigere Qualität. Alles Eingriffe an dem Teil der Ware, der beim Gast ankommt, genau dort, wo er es bemerkt.

Nach vielen Monatsinventuren weiß ich: Betriebe mit stabiler Quote sichern den Weg der Ware, vom Einkauf bis zum Teller. Sie verhandeln ihre Einkaufspreise, statt sie hinzunehmen. Sie prüfen die Lieferung, statt sie abzuzeichnen. Sie legen ihre Portionen fest, statt sie dem Dienst zu überlassen. Sie erfassen, was verdirbt, statt es wegzuwerfen und zu vergessen. Und sie rechnen ihre Karte nach, bevor die Einkaufspreise es für sie tun.

Keine dieser Maßnahmen kostet Geld. Jede kostet Struktur.

Wissen Sie, wo Ihre Ware verschwindet?

Die Stabilitätsdiagnose zeigt Ihnen in wenigen Minuten, wo Sie strukturell stehen. 23 Aussagen, ein klares Ergebnis. Das Steuerungssystem regelt danach die Abläufe, die über Ihre Quote entscheiden.